Wie kam ich dazu....

... mir den Finger in den Hals zu stecken?

Die Kurzversion wäre, dass ich irgendwann einfach zu viel Hunger hatte und gefressen habe und das dann wieder los werden wollte.
Aber da steckt mehr dahinter.

Während Hungern irgendwie die Kontrolle über mein Leben war, war das Fressen und Kotzen irgendwie das Gehen-lassen dieser Kontrolle.
Es wurde auch - genau wie das Schneiden - irgendwann zu einem Mittel diese innere Anspannung abzubauen.

Ich habe in der Schule habe ich manchmal in Freistunden in der Cafeteria oder im Supermarkt Essen gekauft, und alles in mich reingestopft, zusammen mit viel Wasser. Und dann alles auf der Toilette wieder rausgekotzt.
Um diesem Druck gut genug zu sein, gute Noten zu bringen, einfach zu entgehen.

Auch heute passiert mir das noch.
Einfach alles essen, was mir in die Hände kommt, und dann, wenn ich schon Bauchweh habe von dem ganzen Essen.... und dann muss alles wieder raus.

Es ist widerlich. Ich hasse mich dafür, dass ich das mache.
Aber lassen kann ich es auch nicht so ganz......

Irgendwann vielleicht....

2.1.14 00:14, kommentieren

... zu hungern?

Der Mensch will leben.
Und Essen gehört dazu. Sonst kann der Körper nicht leben.
Warum also hungert man? Nur um abzunehmen? Um attraktiver zu sein?
Aber stehen Männer wirklich auf Hungerharken, die nichts weibliches mehr haben?
Der Mann, wegen dem ich angefangen habe zu hungern, stand jedenfalls nicht auf abgemagerte Knochengestelle.
Und das war genau mein Ziel.
Er mochte meine "weiblichen Rundungen" und dass er "da richtig was in der Hand" hätte...
Also wollte ich nicht mehr weiblich wirken. Er sollte nichts mehr "in der Hand halten" können.
Dass ich richtig abgemagert war, dazu kam es nie.
Aber genug um Untergewicht zu haben und um Essen nicht mehr zu mögen.

Manchmal mag ich essen heute auch nicht. Hauptsächlich, wenn wieder die Bilder von damals im Kopf sind.
Ich war nie wirklich dick. Und wenn überhaupt, dann bin ich jetzt bestimmt dicker.
Heute geht es mir darum ein Mittelmaß zu finden zwischen gesundem Essverhalten und meinem kranken Kopf.
Ich erwarte gar nicht mehr, dass ich irgendwann komplett normal mit allem umgehen kann.
Manches hat sich auch schon so lange in meinem Leben eingenistet, dass es irgendwie fehlen würde, wenn es weg wäre.
Die untere Grenze für mein Gewicht ist durch meinen Beruf definiert. Mit Untergewicht wäre ich nicht geeignet. Und ganz ohne Essen hätte ich auch keine Kraft dafür. Daher muss das alles in einem vernünftigen Rahmen bleiben.

Ich komme damit klar immer etwas gestört zu sein.
Der Rest ist mir egal.

29.12.13 11:57, kommentieren

... mich selbst zu verletzen?

Wie kommt man überhaupt auf die Idee sich selbst irgendwie schaden zu wollen?

Am 1.Dezember 2005 habe ich mich das erste mal selbst verletzt.
Das war noch bevor irgendwie Missbrauch oder andere bewusst in mein Leben getreten waren.
Ich hatte an dem Abend einfach das Bild im Kopf, wie ich mich selbst verletze. Und irgendwie wollte ich mir beweisen, dass ich das nie könnte. Wie falsch ich doch lag....

Ich hätte es nach dem einen Versuch lassen können, einfach vergessen und nie wieder tun.
Nein, das wäre zu einfach gewesen.
Es hat mich verfolgt. Und bei dem nächsten Streit, bei den nächsten Schwierigkeiten, habe ich immer wieder zu dem Messer gegriffen.
Bis das Messer nicht mehr gereicht hat und die Rasierklingen her mussten.
Die Schnitte wurden immer tiefen und mehr. Ich verletzte mich irgendwann fast jeden Tag.

Aber warum das alles?
Manchmal halte ich den Schmerz in mir nicht mehr aus.
Manchmal tut alles in mir so weh, dass ich nichts mehr außer dem Schmerz fühlen kann.
Und diesen Schmerz nach außen zu lassen hat mich wieder fühlen lassen.
Die Klinge, die meine Haut aufschneidet, nach außen lässt wie sehr ich innerlich blute.
Das Blut, das kühl meinen Arm herunter läuft und mit jedem Tropfen etwas mehr Spannung wegnimmt.

Und heute?
Heute habe ich weniger Schmerz in mir.
Heute möchte ich ohne mich selbst zu verletzen leben.
Manchmal ist es schwierig, und ich wünsche mir einfach wieder die Klinge nehmen zu dürfen und neue Muster in meine Arme zu schneiden.
Aber vor lauter Mustern mag ich meine Arme schon nicht mehr anschauen.
Ich will nicht mehr jeden Tag an meine Vergangenheit erinnert werden. Aber meine Narben trage ich jeden Tag bei mir.
Also kann ich nur daraus lernen, und versuchen keine neuen Narben mit zu tragen.

27.12.13 20:07, kommentieren